GESUNDHEIT

Einen Hund aus dem Auslandstierschutz - jeder Zeit, aber mit dem nötigen bzw. erforderlichen Wissen über die Mittelmeerkrankheiten (MMK's).

Hierfür möchten wir sensibilisieren - Sie sollten wissen, dass es diese Krankheiten gibt und der von Ihnen favorisierte Hund sie im Gepäck haben könnte!
Diese Seite der Medaille sehen wir als einen wichtigen Punkt zur Aufklärung in Verbindung mit der Adoption eines Hundes aus dem Mittelmeerraum.
Interessenten/Adoptanten, die sich noch nicht hinreichend mit dieser Materie auskennen, neigen leider oftmals dazu zu glauben, dass der Hund endgültig keine Mittelmeerkrankheiten hat, wenn es heißt: „MMK negativ“. Dies können wir leider genauso wenig garantieren, wie ein guter Züchter die Garantie geben kann, dass das aus seiner Zucht stammende Tier niemals in irgendeiner Form erkranken kann!
An dieser Stelle möchten wir deutlich machen, dass wir alle erwachsenen Hunde noch in Spanien auf Leishmaniose, Filariose und Ehrlichiose testen lassen, es sich aber bei den vorliegenden Antikörpertests um eine Momentaufnahme handelt, die aufgrund von z.T. recht langen Inkubationszeiten nicht verbindlich für die Zukunft sein kann.

Welpen werden nicht getestet. Eine z.B. an Leishmaniose erkrankte Mutterhündin gibt an ihre Welpen Antikörper ab. Somit weisen dann diese Welpen bei einem Leishmaniose-Test einen Antikörpertiter auf, ohne aber selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück. Ein aussagefähiger Test ist daher bei Welpen und Junghunden erst frühestens mit 10 – 12 Monaten möglich.

Informationen zu den Mittelmeerkrankheiten im Einzelnen erhalten Sie hier:

Ferner empfehlen wir, einen aus dem Mittelmeerraum adoptierten Hund, auch wenn er krank- heitsbedingt unauffällig ist, nach einer angemessenen Eingewöhnungszeit von ca. 4-6 Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, erneut nach folgendem Schema testen zu lassen:
Standard wäre ein großes Screening bestehend aus:

  • Blut- und Organwerte

  • Eiweißelektrophorese in Kurvendarstellung (hierzu sollte der Hund nüchtern sein - letzte Mahlzeit 12 Std. zuvor)

  • Antikörpertest/Titerbestimmung - entsprechend dem Reiseprofil: Südspanien, Balearen, Kanaren, Portugal, Griechenland, Italien, Kroatien, Türkei, Albanien auf:

  • Leishmaniose

  • Ehrlichiose

  • Mikrofilarien/Herzwurm (Knott Test) am besten abends ab 18 Uhr, da Filarien in den Abendstunden am aktivsten sind.
     

  • Babesiose - kann man aufgrund Verbreitungsgebietes nicht mehr als reine MMK bezeichnet werden

  • Hepatozoonose -   wird übertragen durch die braune Hundezecke

Unsere Empfehlung beruht darauf, dass es für Sie als Halter Sinn macht, zu wissen, wie es in Ihrem Hund aussieht. Die Befunde geben Aufschluss darüber, ob alles im "grünen Bereich" ist, der Hund sich gut auf seine geänderten Lebensbedingungen eingestellt hat, sein Immunsystem gestärkt ist und er somit gut gewappnet den alltäglichen, äußeren Einflüssen trotzen kann. Andererseits bekommen Sie, sollten gravierende Abweichungen der einzelnen Parameter festgestellt worden sein, die ggf. auf eine Erkrankung hindeuten, die Möglichkeit, Ihr Tier gezielt und erfolgversprechend zu therapieren.
Bitte seien Sie kritisch in der Auswahl Ihres Tierarztes und klären Sie im Vorfeld, ob eine positive Einstellung/Akzeptanz im Umgang mit Auslandshunden vorhanden ist. Informieren Sie sich vorab, um einschätzen zu können, ob ausreichend Kompetenzen bzgl. Diagnosestellung und Therapieansätzen vorliegen. Nicht wenige Tierärzte stehen sogenannten „Importhunden“ skeptisch gegenüber, und leider äußert sich deren Haltung nicht selten in Un- und Halbwahrheiten über Ansteckungsgefahren, die ein Importhund zwangsläufig verbreiten könnte.
Bitte bedenken Sie: Tausende von Touristen nehmen ihre Vierbeiner jedes Jahr mit in den Mittelmeerraum. Jedes einzelne dieser Tiere ist somit einer potenziellen Ansteckungsgefahr ausgesetzt und bringt diese im Ernstfall mit in ihr Heimatland - hier kräht kein Hahn danach!
Ganz besonders möchten wir Ihnen diese Informationsquelle an die Hand geben: www.leishmaniose-forum.de - bitte lassen Sie sich dort registrieren - lesen Sie - stellen Sie Ihre Fragen, wenn Sie unsicher sind und überzeugen Sie sich, dass Sie dort alle Informationen bekommen können, die Ihnen eine objektive Entscheidung für oder gegen einen Auslandshund erleichtert.
Abschließend noch eine kleine Anmerkung:
Das Netz ist voll von Schreckensmeldungen, die angeblich durch den Import von Hunden aus dem Ausland verursacht werden. Hierbei wird viel vermischt, vieles bewegt sich in Grauzonen und entspricht in Teilen definitiv nicht den Tatsachen. Wir haben hier bewusst nur wenige Seiten verlinkt, die aus unserer Sicht geeignet sind, einen Einblick in das Gebiet der Mittelmeerkrankheiten zu vermitteln.

Giradien
Symptome: Blutiger, verschleimter Durchfall

Nicht nur Hunde aus dem Süden haben sie, sondern auch fast jeder vierte Hund in Deutschland ist mit Giardien infiziert. Ernsthaft erkranken aber meist nur Welpen, sehr junge Hunde und Hunde, die ohnehin schon ein geschwächtes Immunsystem haben.
Ein geschwächtes Immunsystem kann hervorgerufen werden durch Stress, schlechte Ernährung, zu stark verabreichte Wurmkuren, Medikamente, Klimawechsel usw. 
Giardien sind Einzeller (keine Würmer), die die Hunde oral über infizierten Kot aufnehmen. Die Erreger nisten sich im Dünndarm ein und führen zu akutem oder chronischem Durchfall. Über Wochen wechselt dann der Stuhlgang von fest zu weich bis hin zu flüssig-breiig. Im schlimmsten Fall ist der Kot mit Schleim und Blut durchsetzt. Merkwürdigerweise zeigen die meisten Hunde keine Appetitlosigkeit und sind munter und agil. Mit den richtigen Medikamenten, einer geeigneten Futterumstellung sowie Hygienemaßnahmen sind Giardien im Regelfall gut zu behandeln.

Gängige Praxis, Giardien medikamentös zu behandeln, sind verschreibungspflichtige Arzneimittel wie Fenbendazol (50 mg/kg Körpergewicht) oder Panacur (1 Tablette/5 kg).

 

Giardien - KEINE SYMPTOME KEINE BEHANDLUNG!

Hierzu ein Steatment aus der HP von TA Dr.vet. Roth

Ziel ist deshalb die Symptomfreiheit des Patienten- und nicht der negative Giardientest

Wir therapieren also nur noch bei Symptomen (und nicht wenn nur der Test positiv ist und das Tier überhaupt keine Symptome hat).

Sind die Tiere nach der Therapie symptomfrei entfällt auch das früher übliche Nachtesten. Eine Mitbehandlung symptomfreier Tiere im Haushalt ist in den meisten Fällen nicht nötig Das heißt natürlich auch: es macht keine Sinn symptomlose Tiere zu testen!

Weitere Infos zu diesen Thema und der Sinnlosigkeit von Behandlung ohne einen positiven Befund zu haben: 

Neben den genannten Medikamenten kann auch eine strenge Wasser-Diät (2-3 Tage) den Giardien den Garaus machen. Die Diät ist hart für Hund und Besitzer, aber sie säubert den Darm. Nach 2 bis 3 Fastentagen sollte man den Hund mit einer Schonkost aus gekochten Hühnchen, gekochten Möhren und Reis wieder aufbauen.


Hausmittel u.a. sind:

Kräuter-Buttermilch oder Möhren-Brei:

Biomöhren waschen und mit Schale in Stücke schneiden, mit Wasser aufgießen bis sie bedeckt sind, eine Prise Salz dazu und mindestens eine, besser 1,5 Stunden bei schwacher Hitze köcheln lassen, alles pürieren (mit dem Kochwasser) und ein paar Tropfen Öl dazugeben. Durch die lange Kochzeit werden Stoffe in den Möhren frei, die Giftstoffe im Darm binden und den Magen-Darm-Bereich sanieren.
Hier weisen wir jedoch darauf hin, dass, auch wenn der Hund sich mit einer diätischen Schonkost erholt hat, eine abschließende, labortechnische Kotuntersuchung in jedem Fall Sinn ergibt
Die Behandlung von Giardien kann sich oft über mehrere Wochen und hinziehen und jeder, der sich einen Welpen aus Spanien zulegt, muss damit rechnen, dass ihn diese Behandlung etwas an Geld und Zeit kosten wird.